Sonntag 19. November 2017
© Alexandra Straub-Kaserer
Alumni-Karrieren

Grün ist die Zukunft

 

NACHHALTIGE ALUMNI-KARRIEREN. Der Umweltbereich hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig mit großem Wachstumspotenzial und spannenden Berufsbildern entwickelt. univie hat sich im Zukunftsfeld „Green Jobs“ umgehört.

 

Text: MARGIT BITTNER  |  Artikel als PDF aus: univie 03/2013

 

© Alexandra Straub-Kaserer

Mit der Nachhaltigkeits-Initiative „NINA“ rückt der Alumniverband in Kooperation

mit dem Lebensministerium die Bedeutung von nachhaltiger Entwicklung und sozialer

Verantwortung ins Bewusstsein der Alumni-Community.

Haben Sie Ideen oder Vorschläge dazu? office.alumni@univie.ac.at

 

SolartechnikerIn, Öko-AuditorIn, KommunikationsexpertIn für die Wasserwirtschaft oder Fluss-KampagnenmanagerIn – ein Besuch auf der „Green Jobs“-Plattform zeigt die stetig steigende Vielzahl an Berufen und neuen Arbeitsplätzen im Umwelt- und Nachhaltigkeitssektor. Aber was versteht man eigentlich unter „Green Jobs“?

Hohes Wachstumspotenzial. Laut EU-Definition sind Green Jobs Arbeitsplätze in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen, die Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten. „Die Umwelt-Indus­trie umfasst heute 30.000 Arbeitsplätze, und laut AMS kommen wir in Österreich bereits auf über 180.000 Green Jobs“, beschrieb Karl Aiginger, WIFO-Chef und Uni-Wien-Alumnus, beim Nachhaltigkeitstag am 10. Oktober den wachsenden Wirtschaftszweig. Die europaweite Pionierrolle Österreichs bestätigt auch ­Florian Beer, Geschäftsführer der Jobplattform „green jobs Austria“: „Jeder 20. Arbeitsplatz in Österreich ist bereits ein Green Job und der Umsatz aus dem Umweltsektor beläuft sich mittlerweile auf 32,6 Milliarden Euro, das sind 11 % des BIP – sprich jeder zehnte Euro wird bereits mit der Umwelt umgesetzt.“ Respektable Ergebnisse, die das Lebensministerium mit dem Masterplan „Green Jobs“ weiter vorantreiben möchte. So sollen bis zum Jahr 2020 weitere 100.000 „grüne“ Arbeitsplätze geschaffen werden.

Als Motivation junger AbsolventInnen, die in diesen Bereich hineinwollen, sieht Florian Beer die Kombination aus Berufsperspektive und nachhaltigem Wirken. „Die Karrieremöglichkeiten sind ausgezeichnet und man kann mit sinnvollem Handeln etwas Gutes für die Umwelt tun.“ Dabei sei eine Vielzahl von Ausbildungen und Fachwissen gefragt. „Technische Kenntnisse sind auf jeden Fall von Vorteil. Allerdings sollte man sich nicht nur auf ein Thema festlegen. Hilfreich ist in jedem Fall eine hohe Systemkompetenz und natürlich umweltbewusstes Handeln“, sagt Beer, der selbst Politikwissenschaft und Publizistik an der Uni Wien studiert hat.

Allrounder gesucht. Allrounder für den Umweltsektor propagiert auch Beate Striebel, Zoologin und Abteilungsleiterin für Naturschutz beim WWF: „Das universitäre Wissen dient als Basis, aber je breiter aufgestellt man inhaltlich ist, desto besser. Man sollte neben der fachlichen Expertise im besten Fall auch Medienerfahrung mitbringen, mit Stakeholdern sprechen können, politisch versiert sein und ein gutes Auftreten haben.“ Striebels Karriere begann beim WWF mit einem Praktikum, dem eine Stelle als Projektassistentin folgte. Bald erkannte die Biologie-Alumna, dass ihr Herz viel mehr für die Arbeit in der NGO schlägt als für die ursprünglich geplante Forschungstätigkeit. Beim WWF seien viele Uni-AbsolventInnen aus den Bereichen Ökologie und Zoologie tätig, die meisten brächten auch Zusatzausbildungen oder Berufserfahrungen aus anderen Sektoren mit ein, so Striebel.

Etwas voranbringen. Im Umweltbereich zu arbeiten war für die Biologin Simone Mühlegger schon immer ein Ziel. Gute Karrieremöglichkeiten sieht sie in diesem Bereich auf jeden Fall gegeben, auch wenn viel von der Vergabe öffentlicher Gelder abhänge. Als Expertin für Risikobewertung von Chemikalien und Bioziden hat Mühlegger im Umweltbundesamt einen interessanten Arbeitgeber für Umweltthemen gefunden. „Es ist einfach schön, in diesem Bereich etwas voranzubringen“, sagt die Biologie-Alumna. AbsolventInnen, die in Green Jobs tätig werden wollen, empfiehlt sie, aufmerksam zu beobachten, was auf der Welt passiert – in Umwelt- wie auch in politischen Belangen und Stellenanzeigen zu studieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was gerade gesucht wird. Der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften im Umweltsektor werde jedenfalls weiterhin steigen. „Im Umweltbundesamt kommen viele der rund 450 ExpertInnen aus naturwissenschaftlichen und technischen Fachrichtungen, aber auch aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Insgesamt sind hier mehr als 55 Disziplinen vertreten. Für eine nachhaltige Entwicklung braucht es immer mehr einen interdisziplinären Zugang“, ist Mühlegger überzeugt.

 

Einen Beitrag leisten. Ein breites Verständnis von Nachhaltigkeit, das über den Umweltbereich hinausgeht, findet man bereits in zahlreichen Unternehmen. „Viele Unternehmen stellen sich die Frage: Was kann ich für die Gesellschaft tun?“, so ­Daniela Knieling, CSR-Managerin und Geschäftsführerin von respACT (Austrian Business Council for sustainable development). RespACT ist die führende Unternehmensplattform für Corporate Social Responsibility (CSR) und nachhaltige Entwicklung in Österreich. Sie unterstützt Unternehmen dabei, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. 250 Unternehmen sind mittlerweile Mitglied bei RespACT, von KMUs bis hin zu großen Konzernen aus den unterschiedlichsten Bereichen.

 

CSR greife in alle Geschäftsbereiche hinein, erklärt die Expertin. Deshalb biete sie auch für AbsolventInnen der unterschiedlichsten Fachrichtungen ein mögliches Tätigkeitsfeld. Daniela Knieling absolvierte noch während ihres Studiums der Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien einen Universitätslehrgang zur PR-Beraterin, später kam noch eine CSR-Ausbildung hinzu. „Hier hat sich viel getan – früher war dieses Thema auf den Universitäten kaum vorhanden, heute gibt es zahlreiche Ausbildungsangebote und sogar eigene Nachhaltigkeitsbeauftragte.“

Umwelt-Master. Mit dem interdisziplinären Studiengang „Master of Environmental Sciences“, der im Wintersemester 2012/13 erstmals startete, bietet die Universität Wien eine neue Ausbildungsmöglichkeit im Gebiet der Umweltwissenschaften an. Studierende können aus den Schwerpunkten „biogeochemische Kreisläufe und Global Change“ sowie einem Fokus auf den Bereich Umweltverschmutzung und Sanierung wählen. Der Lehrgang hat, als erster seiner Art in Österreich, bereits internationales Interesse ausgelöst: Studierende aus Österreich, Europa sowie Nord- und Südamerika haben ihr Studium an der Universität Wien aufgenommen. Und: In den QS World University Rankings wurde der „Master of Environmental Sciences“ weltweit unter die besten 100 aller umweltwissenschaftlichen Studiengänge gelistet.

Der Boom im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich ist ungebrochen, ob er langfristig dazu beitragen kann, nicht nur neue Job- und Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen, sondern tatsächlich unsere Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltiger zu machen, wird die Zukunft zeigen. •

 

                                              

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