Montag 24. April 2017
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Alumni-Karrieren

Moules frites und Karriere

 

Sprungbrett. Ein internationales Arbeitsumfeld, ein vielfältiges kulturelles Leben und hervorragende Karriere­möglichkeiten ziehen AbsolventInnen in die EU-Hauptstadt Brüssel. Beim Alumni-Empfang im November waren sie eingeladen, von ihren Erfahrungen zu berichten und Neues von der Uni Wien zu hören. Drei von ihnen verraten, worauf es ankommt, wenn man in Brüssel Fuß fassen will.

 

Text: MARGIT BITTNER |  Artikel als PDF aus: univie 01/2014

 

© Alexander Louvet

AbsolventInnen der Uni Wien, die heute in Brüssel leben und arbeiten. Hier beim Alumni-Empfang in der Österreichischen Botschaft in Brüssel.

 

 

Auf 650 Praktikumsplätze bewerben sich jährlich 11.000 junge Menschen – Brüssel ist als Station im Lebenslauf mit Option auf eine internationale Karriere heiß begehrt. „Ich wollte von Anfang an nach Brüssel“, erzählt Brita Eipeldauer. Die 26-Jährige ist in Brüssel in der Ständigen Vertretung Österreichs als Programmkoordinatorin tätig. Sie studierte Politikwissenschaft an der Uni Wien und absolvierte danach einen Master in europäischen Studien. Nach zahlreichen Erfahrungen aus Jobs und Studien im Ausland hat sie mit einem Praktikum im Niederösterreich-Büro in Brüssel begonnen. Seit einem Jahr lebt und arbeitet Eipeldauer nun in der EU-Hauptstadt. Längerfristig möchte sie im Policy-Bereich unterkommen: „Weil ich glaube, dass man gerade in der sich noch stark ändernden EU viel mitgestalten kann.“

Breit aufgestellt. Das Fachwissen aus dem Studium der Politikwissenschaft und den praktisch orientierten Zugang des Masterstudiums sieht sie als optimale Kombination, um das komplexe System der EU zu verstehen. Begeistert erzählt Eipeldauer vom intensiven Informationsfluss, der kulturellen Vielfalt und dem starken Brüsseler Netzwerk. Sie rät, beim Suchen einer Praktikumsstelle auch über den eigenen Tellerrand zu schauen, sich nicht nur für die EU-Kommission, sondern auch in den Dachorganisationen zu bewerben oder Lobbying-Firmen in Erwägung zu ziehen.

Für Eric Hohenauer sind Sprachen das Um und Auf für eine Karriere in Brüssel. „Ich spreche täglich Niederländisch, Französisch, Englisch und Deutsch, obwohl ich in einem belgischen Unternehmen arbeite“, erzählt der Leiter der Rechtsabteilung von Siemens Belgien. Er folgte seiner Frau, die in der Kommission tätig ist, und bewarb sich intern bei Siemens um einen Job in der EU-Metropole. Während seines Jus-Studiums an der Uni Wien lebte Hohenauer bereits ein Jahr in den Niederlanden und vertiefte sein Wissen um Sprache und Kultur danach auch an der Uni Wien. „Die breite Ausbildung, die ich an der Universität genossen habe, kommt mir heute sehr zugute. Und ich meine damit nicht nur das Fachwissen, sondern auch die Art zu denken und zu resümieren.“

Hineinfinden. Auslandserfahrung sei jedenfalls unumgänglich, um Arbeitgebern glaubhaft zu machen, dass man weiß, worauf man sich einlässt – und um in das große Netzwerk Brüssels hineinzufinden. Dabei sei Brüssel nicht gleich Brüssel. „In der internationalen Gemeinschaft findet man sehr schnell Anschluss, zu den Belgiern selbst ist es etwas schwieriger. Aber wenn man es geschafft hat, begegnet man sehr offenen, freundschaftlichen Menschen“, so Hohenauer.

Johannes Gehringer, Programm-Manager des Erasmus Programms, ist seit 1995 in Brüssel. „Normalerweise arbeite ich für die Europäische Kommission, aber momentan als politischer Berater im Bildungsbereich für die griechische Ratspräsidentschaft. Bringt man die entsprechenden Kompetenzen mit, kann man innerhalb der Kommission gut wechseln.“

Seine vielfältigen Studien – Gehringer hat Französisch an der Uni Wien studiert und auch ein Informatik-Studium an der TU Wien abgeschlossen –, seine Auslandsaufenthalte sowie Tipps von Kontaktpersonen vor Ort haben ihm damals geholfen, in Brüssel mit einem Praktikum Fuß zu fassen. Der gefürchtete „Concours“, das Auswahlverfahren der europäischen Kommission, sei hart, Gehringer würde aber jeden ermutigen, es zu versuchen. „Es gibt computergestützte Tests, auf die man sich gezielt vorbereiten kann, sowie einschlägige Literatur und Kurse. Und sollte es beim „Concours“ nicht klappen: Man kann eine internationale Karriere auch außerhalb der EU-Kommission starten. Die Möglichkeiten in Brüssel sind sehr gut.“

Einig sind sich die drei jedenfalls in ihrem Resümee: Das Lebensgefühl in einer internationalen Stadt wie Brüssel ist einmalig, dazu gehört das Zusammenarbeiten in internationalen Teams ebenso wie das reiche kulturelle Angebot und die lokalen Schmankerl wie Moules-frites und Crêpes. •

 

 

                                              

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