Dienstag 12. November 2019
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Alumni-Karrieren

Diagnose: Fernweh

 

ARBEITEN IM AUSLAND. Ein Büro mit Meerblick, bessere Jobchancen, ein Plus für den Lebenslauf: Gerade nach dem Studium überlegen viele, kürzer oder länger ins Ausland zu gehen.

 

Von Evelyn Kanya & Christoph Zotter |  Artikel als PDF aus: univie 03/2011

 

Sophie Doblhoff-Dier

Koffer packen reicht nicht. Wer im Ausland arbeiten möchte, muss sorgfältig planen.

Daheim ist es am Schönsten, finden die meisten ÖsterreicherInnen: Nur 8 Prozent beabsichtigen, irgendwann im Ausland zu arbeiten, so eine Eurobarometer-Umfrage aus 2009. Zum Vergleich: In Dänemark sind es 52 Prozent. Für jene, die mit dem Gedanken spielen oder darüber nachdenken, ist dieser ­Artikel.


Der unkomplizierteste Weg führt ins europäische Ausland: ÖsterreicherInnen brauchen in anderen EU-Staaten keine Bewilligung, um dort zu arbeiten, das gleiche gilt in der Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Über die Voraussetzungen für eine Arbeitserlaubnis in anderen Ländern informieren die betreffenden Botschaften. Was viele nicht wissen: Wer in Österreich Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, kann dieses unter bestimmten Auflagen bis zu drei Monate auch während der ­Job-Suche in einem anderen europäischen Land beziehen. „Das muss man jedoch vor der Abreise beim AMS beantragen“, erklärt EURES-Managerin Martha Rojas-Pineda. EURES ist eine europaweite Plattform zur Job- und Personalsuche. In der Online-Jobbörse werden die Stellenangebote von 31 öffentlichen Arbeitsverwaltungen zusammengefasst, Länderprofile informieren über den Arbeitsmarkt und die rechtlichen Rahmenbedingungen, 850 BeraterInnen stehen für Fragen kostenlos zur Verfügung. Als weitere Quelle für die Stellensuche empfiehlt Rojas-Pineda nationale Zeitungen – diese kann man auch in größeren öffentlichen Bibliotheken lesen. Zur Gestaltung der Bewerbung rät sie, beim potenziellen Arbeitgeber nachzufragen. Als Vorlage dienen kann der Europass, ein in 27 Sprachen verfügbares Lebenslauf-Template.

VERSICHERUNG UND STEUERN.
„Die Sozialversicherung ist eines der heikelsten und wichtigsten Themen“, betont Irmgard Helperstorfer, Generalsekretärin des ­Auslandsösterreicher-Weltbundes (AÖWB). In den Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums sowie der Schweiz werden Pensionsversicherungszeiten gegenseitig angerechnet. Auch mit anderen Ländern hat Österreich Versicherungsabkommen, Beratung bieten neben EURES die österreichischen Sozialversicherungsträger selbst. „Wichtig ist, sich alle Versicherungszeiten schriftlich bestätigen zu lassen“, erklärt Helperstorfer. Auch ÖsterreicherInnen, die bereits im Zielland leben können wertvolle Tipps geben – und die Hilfsbereitschaft sei groß. Österreicher­Innen im Ausland findet man zum Beispiel über die Seite des Außenministeriums, das Netzwerk des AÖWB oder über Social Networks wie LinkedIn. Rechtliche Fragen beantwortet auch ein kostenloses Rechtsservice der EU-Kommission.


„Alles abmelden, auch das Handy“, empfiehlt Irmgard Helperstorfer Menschen, die für längere Zeit auswandern möchten. Sonst könne es passieren, dass man in Österreich weiterhin steuerpflichtig sei und bei der Rückkehr eine saftige Nachzahlungsforderung wartet, weil das Finanzamt annimmt, dass der Lebensmittelpunkt weiterhin in Österreich lag.
Gleich wichtig wie das Abklären von rechtlichen und finanziellen Eckpunkten sei das Vorbereiten auf die neue Kultur, sagt die in Kolumbien aufgewachsene Martha Rojas-Pineda: „Ohne das gerät auch alles andere ins Ungleichgewicht.“

 

 

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